Posteriorer Myokardinfarkt
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Synonym: Hinterwandinfarkt
Englisch: posterior myocardial infarction
Definition
Ein posteriorer Myokardinfarkt (inferobasaler Infarkt) betrifft die hintere Wand des linken Ventrikels und entsteht meist durch einen Verschluss der A. coronaria dextra (RCA) oder des R. circumflexus (RCX). Der Begriff „posterior“ wird vor allem im EKG-Sprachgebrauch verwendet, während bildgebungsbasierte Konsensusmodelle diese Region als inferobasale beziehungsweise inferolaterale Segmente des linken Ventrikels klassifizieren.[1][2]
Ätiologie
Pathophysiologisch verursacht der akute Koronarverschluss eine Ischämie mit nachfolgender Myokardnekrose.
Symptome
Die Symptomatik entspricht weitgehend der eines typischen Infarkts mit retrosternalen Schmerzen, Ausstrahlung in Arm, Hals oder Oberbauch sowie vegetativen Begleitsymptomen. Da die posteriore Wand im Standard-12-Kanal-EKG nicht direkt abgeleitet wird, kann die Diagnose initial erschwert sein.
Diagnostik
Im Standard-12-Kanal-EKG zeigen sich typischerweise reziproke ST-Streckensenkungen in den Ableitungen V1-V3, die auf einen posterioren Infarkt hinweisen. Zur direkten Darstellung der posterioren Wand werden zusätzliche posteriore Ableitungen (V7-V9) angelegt, die ST-Hebungen zeigen können. Die Echokardiographie und Koronarangiographie sichern die Diagnose und lokalisieren den Gefäßverschluss.
Therapie
Die Akuttherapie erfolgt analog zu anderen ST-Hebungsinfarkten mit sofortiger Reperfusionstherapie. Die primäre perkutane Koronarintervention (PCI) ist die Therapie der Wahl; alternativ kommt eine Fibrinolyse in Betracht. Die medikamentöse Begleittherapie umfasst eine duale Thrombozytenaggregationshemmung und Antikoagulation. Betablocker und ACE-Hemmer können je nach klinischer Situation eingesetzt werden.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen umfassen Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Papillarmuskelruptur mit akuter Mitralinsuffizienz sowie mechanische Komplikationen wie Ventrikelseptumdefekt oder freie Wandruptur.
Prognose
Die Prognose hängt von der Infarktgröße, der Zeit bis zur Reperfusion und dem Auftreten von Komplikationen ab. Bei zeitgerechter Therapie ist die Prognose mit der anderer Infarktlokalisationen vergleichbar.
Quellen
- ↑ Cabrera et al., A New Terminology for Left Ventricular Walls and Location of Myocardial Infarction by ECG and CMR, Circulation, 2006
- ↑ LV 17 Segment Model, abgerufen am 04.09.2026