Neuroregeneration
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LoslegenEnglisch: neuroregeneration
Definition
Neuroregeneration ist ein Oberbegriff für Vorgänge, die zur Wiederherstellung verloren gegangener Nervenzellfunktionen bzw. zum Ersatz von untergegangenen Nervenzellen bzw. untergegangenem Nervengewebe führen.
Pathophysiolgie
Wenn das Axon einer Nervenzelle beschädigt wird, kommt es distal der Schädigung zur so genannten Waller-Degeneration, die mit dem Verlust der Myelinscheide verbunden ist. Das proximale Zellsegment unterliegt entweder der Apoptose oder es werden Reparaturprozesse gestartet. Die Reparatur ist allerdings häufig erfolglos, da die Zielstruktur des Neurons degeneriert.
Neuroregeneration im PNS
Im peripheren Nervensystem (PNS) ist die Neuroregeneration ein wichtiger Reparaturprozess. Nachdem der Zelldebris von Phagozyten abgeräumt ist, sprosst der proximale Axonstumpf aus. Das Axonwachstum wird chemotaktisch von Schwann-Zellen gesteuert.
So lange der Zellkörper des Neurons intakt ist, und das Axon Kontakt zu den Schwann-Zellen des Endoneuriums hat, kann der Nerv so regenerieren. Die Wachstumsrate kann bis zu 2 mm/Tag bei kleineren Nerven und 5mm/Tag bei größeren Nerven betragen. Der Axonstumpf gewinnt dabei keinen Anschluss an den distalen Axonrest, da dieser rasch degeneriert - vielmehr wird der Nerv von proximal her komplett neu aufgebaut und nutzt dabei das Endoneurium als Leitstruktur.
Neuroregeneration im ZNS
Im Gegensatz zum PNS ist die Neuroregeneration im zentralen Nervensystem (ZNS) nur rudimentär ausgeprägt. Die Neuroregeneration wird hier durch die Gliazellen (Astrozyten Oligodendrozyten und Mikroglia) und das extrazelluläre Milieu gehemmt. Das untergegangene Nervengewebe wird rasch durch Gliazellen ersetzt. Es werden auch keine Wachstumsfaktoren exprimiert, die die neuronale Regeneration fördern könnten. Im Gegenteil - die Gliazellen produzieren sogar Hemmstoffe (z.B. NOGO A-C), welche die Remyelinisierung unterdrücken.