Marchiafava-Bignami-Syndrom
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenSynonym: Corpus-callosum-Atrophie
Definition
Beim Marchiafava-Bignami-Syndrom handelt es sich um eine sehr selten vorkommende, neurologisch-psychiatrische Erkrankung, die in direktem Zusammenhang mit chronischem Alkoholismus zu stehen scheint. Die genaue Entstehung der Krankheit ist allerdings bis heute noch nicht geklärt.
- ICD10-Code: G37.1 - Zentrale Demyelinisation des Corpus callosum
Geschichte
Die Erstbeschreibung bzw. Benennung des Marchiafava-Bignami-Symdroms erfolgte durch die beiden italienischen Mediziner Ettore Marchiafava und Amico Bignami.
Beschreibung
Obwohl die genaue pathologische Ursache der Erkrankung noch unklar ist, fällt eine Tatsache in praktisch allen Krankheitsfällen auf: Die Patienten leiden unter chronischem Alkoholismus und sind gleichzeitig mangelernährt. Histologisch findet sich eine deutliche Degeneration von neuronalem Gewebe des Corpus callosum. Teilweise sind sogar nekrotische Anteile zu beobachten.
Krankheitsbild
Das Syndrom wird anfangs meistens durch eine markante Persönlichkeitsveränderung des Patienten deutlich (soweit diese nicht ohnehin schon durch den Alkoholismus eingetreten ist). Die kognitiven Fähigkeiten nehmen ab und es treten motorische Sprachstörungen auf. In einigen Fällen kommt es zu unkontrollierten Bewegungsabläufen bis hin zu epileptischen Anfällen. Meistens kommt es im Endstadium zu einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Demenz, ehe der Patient ins Koma fällt und stirbt.