Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate
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LoslegenDefinition
Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (estimated Glomerular Filtration Rate), kurz eGFR, dient der Abschätzung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) anhand des Serumkreatinins und den Angaben von Alter, Geschlecht und Hautfarbe des Patienten. Die aufwendige und mit Fehlern behaftete Sammlung des 24h-Urins entfällt hierbei.
Anwendungsbereich
Die eGFR ist nur im Bereich zwischen 20-60 ml/min/1,73 m2 hinlänglich genau und darf deshalb auch nur hier angewandt werden. Bei Erwachsenen > 75 Jahre und bei Kindern sowie Schwangeren wurde die eGFR nicht untersucht und ist deshalb hier keine verlässliche Größe. Weitere Fehlerquellen ergeben sich bei starkem Über- oder Untergewicht, extremer Muskelmasse (Bodybuilding) oder Skelettmuskelerkrankungen.
Insbesondere bei letzteren bietet sich die Messung von Cystatin C an, das nicht von der Muskelmasse abhängt und eine verlässlichere Schätzung der GFR erlaubt. Es sind allerdings andere Einflussfaktoren bekannt, die eine so berechnete eGFR verfälschen (z.B. eine Therapie mit Glukokortikoiden).
Berechnung
Es gibt verschiedene Formeln zur Berechnung der eGFR. Beispiele sind:
Neben der Berechnung auf der Grundlage des Serumkreatinins gibt es auch Formeln, die auf Cystatin C basieren.
Bewertung
Die estimated Glomerular Filtration Rate erhöht die Sensitivität zur Erfassung einer beginnenden Nierenkrankheit. Es ist kein Sammelurin erforderlich, sodass die Abschätzung der GFR direkt aus den Daten der Labor-EDV möglich ist.