Fraktionelle Ausscheidung
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LoslegenAbkürzung: FA
Englisch: fractional excretion
Definition
Unter der fraktionellen Ausscheidung versteht man in der Nephrologie das Verhältnis der Clearance einer im Blut gelösten Substanz (Solut) zur glomerulären Filtrationsrate (GFR).
Die fraktionelle Ausscheidung ist definitionsgemäß gleich 1 bei Substanzen, die im Tubulussystem
- weder synthetisiert noch metabolisiert und
- weder resorbiert noch sezerniert werden.
Die fraktionelle Ausscheidung ist eine dimensionslose Zahl. Sie kann als Dezimalzahl mit zwei Nachkommastellen oder als Prozentangabe angegeben werden.
Hintergrund
Im Glomerulus der Niere werden zunächst alle frei filtrierbaren Substanzen aus dem Blutplasma in den Primärharn abgepresst. Das betrifft im Normalfall alle Stoffe, die eine bestimmte Molekülgröße unterschreiten - Makromoleküle über 30.000 kDa werden hingegen nicht frei filtriert.
Entspricht die Clearance (Cl) nicht der GFR, kann davon ausgegangen werden, dass ein Teil dieser Substanz im Tubulussystem durch Sezernierung hinzugekommen oder rückresorbiert worden ist. Wird ein Stoff tubulär rückresorbiert, so ist FA daher < 1, wird der Stoff tubulär sezerniert, ist FA > 1.
| Berechnung der Clearance (Cl) |
|---|
| mit: c(X)U: Konzentration der Substanz X im Urin VU: Harnzeitvolumen |
Literatur
- Robert F. Schmidt (Hrsg.)/Florian Lang (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Heidelberg (Springer) 2007 (30. Auflage), S. 716ff.
siehe auch: Clearance, Glomeruläre Filtrationsrate (GFR), Osmotische Clearance, Freie Wasserclearance