Frühkindliche Karies
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LoslegenSynonyme: Milchzahnkaries, Nuckelflaschenkaries, Zuckerteekaries
Englisch: early childhood caries, early childhood tooth decay, baby bottle caries, nursing caries, baby bottle tooth decay, rampant caries, labial caries, maxillary anterior caries, nursing bottle syndrome, nursing bottle caries
Definition
Von frühkindlicher Karies, kurz ECC, spricht man, wenn der Milchzahn eines Kindes unter 6 Jahren eine oder mehrere verfallene, aufgrund von Karies fehlende oder gefüllte Zahnoberflächen aufweist.
Häufigkeit
Die frühkindliche Karies stellt ein zentrales Problem bei Kleinkindern dar. Sie ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter. Die Prävalenz der frühkindlichen Karies in Deutschland bei unter 3-Jährigen liegt bei etwa 10 bis 15 %.[1] Bei niedrigem Sozialstatus steigt sie bis auf etwa 40 %.
Ätiologie
Die ECC wird vor allem durch kohlenhydratreiche Ernährung (ggf. in Kombination mit Stillen) und bestimmte Ernährungstechniken (z.B. "Nuckelfläschchen") verursacht. Darüber hinaus spielen mangelnde Zahnhygiene, Schmelzhypoplasie sowie die orale Besiedelung mit kariogenen Bakterien eine entscheidende Rolle.
Pathophysiologie
Bereits kurz nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne können diese durch kariogene Mikroorganismen, v.a. Streptococcus mutans und Lactobacillus, befallen werden. Die Ernährung mit Lebensmitteln, die fermentierbare Kohlenhydrate enthalten (wie z.B. Saftgetränke, Erfrischungsgetränke oder Milch) versorgen die Bakterien konstant mit Substraten. Ein häufiger Verzehr von Snacks zwischen den eigentlichen Mahlzeiten und zuckerhaltige Getränke erhöhen das Kariesrisiko anfälliger Zähne.
Klinik
Das klinische Bild der frühkindlichen Karies wird von der American Association of Pediatric Dentistry (AAPD) definiert. Es umfasst das Vorhandensein von nicht kavitierten oder kavitierten Läsionen oder gefüllten Zahnoberflächen an einem oder mehreren Zähnen sowie durch Karies verlorengegangene Milchzähne bei Kindern zwischen der Geburt und dem 71. Lebensmonat.
Therapie
Die Therapie der ECC umfasst vor allem präventive Maßnahmen. Im Vordergrund steht eine intensive Aufklärung der Eltern über die richtige Ernährung ihrer Kinder und die notwendige Mundhygiene. Häufiges Trinken zuckerhaltiger Flüssigkeiten während des Tages oder im Bett sollte vermieden werden. Weiterhin sollten die Kinder so früh wie möglich (z.B. kurz nach dem ersten Geburtstag) dazu motiviert werden, aus einer Tasse bzw. einem Glas zu trinken.
Darüber hinaus spielt die Fluoridierung eine wichtige Rolle in der Kariesprophylaxe.
- Das Zähneputzen mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta sollte zweimal täglich stattfinden. Für Kinder unter drei Jahren wird dabei die Verwendung einer reisgroßen Menge fluoridierter Zahnpasta (ca. 0,1 mg Fluorid) empfohlen. Eine erbsengroße Menge fluoridierter Zahnpasta (ca. 0,25 mg Fluorid) ist hingegen für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren geeignet.
- Professionell angewandte topische Fluoridbehandlungen sind ebenfalls wirksam.
Wissenswertes=
Seit dem 1. Juli 2019 übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bereits ab dem 6. Lebensmonat bis zum 33. Lebensmonat drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen.[2]