Flusssäure
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LoslegenSynonym: Fluorwasserstoffsäure
Englisch: hydrofluoric acid
Definition
Flusssäure ist eine schwache Säure, die durch eine wässrige Lösung von Fluorwasserstoff (HF) entsteht.
Chemie
Flusssäure ist im Vergleich zu den anderen Halogenwasserstoffen (z.B. HCl, HI) eine schwache Säure. Der pKS-Wert beträgt 3,14. Durch Erhitzen von Calciumfluorid mit rauchender Schwefelsäure wird zunächst gasförmiger Fluorwasserstoff erzeugt, der nach dem Waschen in Schwefelsäure in Wasser eingeleitet wird und Flusssäure ergibt.
Flusssäure greift Gold und Platin nicht an, jedoch schwach Silber, Kupfer und Blei. Da Flusssäure Glas ätzt, wird es in Metall- oder Kunststoffflaschen aufbewahrt.
Verwendung
- Ätzen von Glas
- Halbleiterproduktion
- Herstellung von Aminfluoriden
Toxikologie
Die besonders hohe Lipidlöslichkeit der Flusssäure ermöglicht ihr ein rasches Eindringen in die Haut, weshalb Flussäure als Kontaktgift gilt. Dadurch kann die Flusssäure eine Gewebeschädigung hervorrufen, ohne, dass oberflächlich eine wesentliche Verätzung sichtbar wird. Der Schmerz durch die Schädigung kann mit deutlicher Verzögerung eintreten. Die Verätzungen betreffen größtenteils die tieferen Gewebsschichten oder den Knochen.
Ein weiterer toxischer Effekt tritt durch die Bindung und Ausfällung von Calcium- und Magnesiumionen ein. Dadurch wird das Elektrolytgleichgewicht gestört und eine Vielzahl von Enzymen gehemmt. Das kann schon bei geringem Kontakt mit Fusssäure zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.
Als Sofortmaßnahme wird die betroffene Stelle mit Calciumgluconat unterspritzt, um die Flussäure zu binden. Im Extremfall ist die Amputation des betroffenen Extremitätenteils notwendig.