Effektiver Filtrationsdruck (Niere)
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LoslegenSynonym: glomerulärer Filtrationsdruck
Definition
Der effektive Filtrationsdruck der Niere ist der Druck, der für die Filtration des Plasmas aus der Glomeruluskapillare in die Bowman-Kapsel sorgt.
Berechnung
Ausgehend von der Formel des effektiven Filtrationsdruckes wird o.g. Veränderung vorgenommen, wobei Pglo für den hydrostatischen Druck in den Glomeruluskapillaren, Pbow für den hydrostatischen Druck innerhalb der Bowman-Kapsel und πpl für den im Plasma herrschenden onkotischen Druck (=kolloidosmotischer Druck) anzunehmen sind:
- Peff = Pglo - Pbow - πpl+ πbow
Da jedoch der onkotische Druck innerhalb der Bowman-Kapsel (πbow) aufgrund der physiologisch nicht vorhandenen Filtration für Proteine null zu setzen ist, entsteht folgende Gleichung:
- Peff = Pglo - Pbow - πpl
Beispielrechnung
Eine Rechnung mit physiologischem Ergebnis folgt:
Pglo= 45 mmHg, Pbow= 25 mmHg, πpl= 10 mmHg,
- Peff = 45 - 25 - 10 = 10 mmHg
Dieses Resultat bedeutet also, dass das Filtrat mit einem Druck von 10mmHg aus der Glomeruluskapillare in die Bowman-Kapsel gedrückt wird.
Filtrationsgleichgewicht
Unter physiologischen Gesichtspunkten tritt auf der Wegstrecke der Glomeruluskapillare angefangen vom Vas afferens bis zum Vas efferens ein so genanntes Filtrationsgleichgewicht ein. Dieser Umstand erklärt sich durch die fortlaufende Filtration von Flüssigkeit aus dem Plasma und gleichzeitges Verbleiben von onkotisch wirksamen Bestandteilen, wodurch sich die relative Konzentration dieser Teilchen und damit der onkotische Druck zum Ende der Filtrationsstrecke hin bis auf Werte um 20 mmHg erhöhen kann.
Aufgrund dieser Tatsache nähert sich der effektive Filtrationsdruck zum letzten Drittel der Glomeruluskapillare null, wodurch die Filtration im efferenten Schenkel erliegt. Dies lässt sich durch o.g. Gleichung nachvollziehen:
πpl= 20 mmHg
- Peff = 45 - 25 - 20 = 0 mmHg
Beeinflussen lässt sich dieser Sachverhalt durch die Steigerung des renalen Plasmaflusses zugunsten einer erhöhten Filtrationsstrecke mit steigender Filtrationsoberfläche. Außerdem ist eine Regulation durch den Gefäßwiderstand der Vasa afferens und efferens möglich.