Dekompressive Kraniektomie
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LoslegenEnglisch: decompressive craniectomy
Definition
Die dekompressive Kraniektomie ist eine neurochirurgische Operation, bei der Teile der Schädelkalotte bzw. des Schädeldachs entfernt werden, um bei erhöhtem Hirndruck bzw. einer Gehirnschwellung einen Ausgleichsraum zu schaffen. Der entfernte Teil der Kalotte wird für eine spätere Reimplantation konserviert.
Indikation
Eine Kraniektomie ist die Ultima ratio in der Therapie des erhöhten intrakraniellen Drucks. Sie wird dann angewendet, wenn konservative Maßnahmen einen erhöhten Hirndruck nicht mehr ausreichend senken können. Ihr therapeutischer Nutzen ist umstritten.
Ein erhöhter Hirndruck kann unter anderem auf folgende Ursachen zurückgeführt werden:
- raumfordernder Kleinhirninfarkt
- intrazerebrale Blutungen
- Hirnblutung
- Hirnödem (z.B. nach Schlaganfall oder SHT)
- lokale oder ausgedehnte Enzephalitis
Als Altersbeschränkung für eine Kraniektomie wird das 55. Lebensjahr angegeben. Bei Kindern soll die Indikation zur Dekompression früher gestellt werden. Jedoch wird die Indikation bei einem akut ansteigenden Hirndruck nicht ausschließlich abhängig vom chronologischen Lebensalter gestellt, sonder berücksichtigt auch Komorbidität und die Komedikation. Gibt es Hinweise auf starke Irreversible Hirnschäden, wird eine Kraniektomie in dubio allenfalls bei sehr jungen Patienten durchgeführt. Allerdings bedarf es bei Patienten, die jünger als 17 Jahre alt sind, einer großzügigeren Indikationsstellung.
Probleme
Vor der Entnahme der Schädelkalotte muss sichergestellt werden, dass keine venösen Blutgefäße verletzt werden, die sich darunter befinden. Deshalb erfolgt oft nur eine Hemikraniektomie (einseitige Entfernung der Schädelkalotte). Zudem muss die anschließende Lagerung des Patienten so erfolgen, dass kein direkter Druck auf das Gehirn ausgeübt wird. Die Konservierung des entnommenen Knochens ist aufwändig. Neben der Kryokonservierung ist die vorübergehende Implantation in die Bauchhöhle des Patienten möglich.