Daratumumab
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Handelsname: Darzalex®
Definition
Daratumumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Therapie des multiplen Myeloms eingesetzt wird.
Hintergrund
Daratumumab wurde ursprünglich von Genmab entdeckt. Die weitere Wirkstoffentwicklung erfolgte gemeinsam mit Janssen Biotech, einer Johnson & Johnson Tochter. Sie hält die weltweiten Vermarktungsrechte an der Substanz.
Wirkmechanismus
Daratumumab bindet an den Oberflächenrezeptor CD38 (Cluster of Differentiation), der von Multiplen-Myelom-Zellen hoch exprimiert wird, in geringer Zahl aber auch auf gesunden lymphoiden und myeloiden Zellen sowie Erythrozyten vorkommt. Die so markierten Zellen werden vom körpereigenen Immunsystem erkannt und durch Komplement-abhängige Zytotoxizität vernichtet. Klinisch relevante Hämolysen wurden allerdings bisher nicht beobachtet.
Transfusionsmedizin
Daratumumab tritt als Störfaktor bei immunhämatologischen Untersuchungen in Erscheinung, insbesondere beim Antikörpersuchtest und bei der serologischen Verträglichkeitsprobe. Diese können falsch positiv ausfallen.
Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) empfiehlt daher, vor Beginn einer Therapie mit Daratumumab bei dem Patienten eine Blutgruppenbestimmung mit Antikörpersuche durchführen zu lassen, damit ein Ausgangsbefund vorliegt. Darüber soll auch ein Blutgruppenausweis ausgestellt werden. Diese Vorgehensweise wird voraussichtlich auch in die Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten der Bundesärztekammer aufgenommen.
Weblinks
- Empfehlung zum Vorgehen bei serologischen Störungen durch den therapeutischen monoklonalen Antikörper Daratumumab (Darzalex®) (Internetseite der DGTI, abgerufen am 09.08.2016)