Dammschnittwunde
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Englisch: episiotomy
Die Episiotomie (Dammschnitt) ist ein chirurgischer Schnitt im Dammbereich – dem Gewebe zwischen der Vagina und dem After. Sie wird von Ärzten oder Hebammen während der Geburt mit einer Schere gesetzt, um den Geburtskanal kurzzeitig zu erweitern, das Kind schneller zu entbinden oder einen unkontrollierten, schweren Riss zu verhindern.[1][2][3][4][5] Gemäß aktuellen Leitlinien soll die Episiotomie nicht routinemäßig, sondern nur bei klarer medizinischer Indikation durchgeführt werden; bei spontaner vaginaler Geburt wird sie nicht empfohlen.
Gründe für den Eingriff
Mögliche Indikationen für eine Episiotomie sind:
- Medizinische Notlage: Bei einer fetalen Gefährdung in der Endphase der Geburt, wenn das Kind rasch entbunden werden muss.
- Geburtshilfliche Hilfsmittel: Bei Einsätzen von Saugglocke (Vakuum) oder Zange (Forceps).
- Besondere Lagen: Bei einer Geburt aus Beckenendlage.
- Drohender Dammriss: Wenn das Gewebe stark überdehnt ist und ein unkontrollierter Riss droht, der den Schließmuskel verletzen könnte.[6][7][8][9][10]
- Frühgeburtlichkeit
- Fetale Makrosomie
- Drohende Schulterdystokie
- Maternale Erkrankungen, zum Beispiel kardiale Erkrankungen
- Verlängerte Austreibungsperiode
Versorgung und Schmerzen
Der Schnitt erfolgt meist während einer Presswehe, oft unter örtlicher Betäubung, sodass die Frau den Schnitt selbst meist nicht spürt.[11] Die Episiotomie kann mediolateral im Winkel von 45–60° zur Vertikalen am gespannten Damm, median oder lateral durchgeführt werden. Aktuelle Leitlinien empfehlen die mediolaterale Schnittführung zur Reduktion von Analsphinkterverletzungen.
Nach der Geburt wird die Wunde in der Regel direkt mit resorbierbaren Fäden genäht.[12][13] Die oberflächliche Wundheilung erfolgt meist innerhalb von 2–4 Wochen. Die vollständige Geweberegeneration kann abhängig vom Ausmaß des Schnitts 6–12 Wochen dauern. In den ersten Tagen nach der Geburt kann der Bereich beim Sitzen, Gehen oder beim Gang zur Toilette schmerzen oder spannen.[14][15][16][17][18]
Mögliche Komplikationen umfassen Blutungen, Hämatome, Infektionen, Wunddehiszenz, Dyspareunie und in seltenen Fällen Verletzungen des Analsphinkters.