Berylliose
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenEnglisch: berylliosis
Definition
Als Berylliose wird die Vergiftung des Organismus mit dem Metall Beryllium bzw. berylliumhaltigen Substanzen bezeichnet.
Exposition
Eine Beryllium-Exposition tritt bei Arbeitern von berylliumverarbeitenden Industriezweigen (z.B. Flugzeugbau, Kernkraftwerke) in Form von Einatmung von berylliumhaltigem Staub bzw. Rauch auf.
Akute Beryliose
Einatmung hoher Dosen von Beryllium führt akut zur Ausbildung einer Pneumonitis (Exogene allergische Alveolitis).
Chronische Berylliose
Die chronische Berylliose tritt nach Einatmung niedriger Dosen über einen längeren Zeitraum auf. Die Pathogenese beruht auf der Ausbildung einer Allergie mit Sensibilisierung von T-Helferzellen.
In den Lungen und den angrenzenden Lymphknoten werden epitheloidzellige Granulome ausgebildet. Selten finden sich durch Beryllium induzierte Granulome auch in der Milz, Leber und Nebenniere. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Fibrose der granulomatösen Veränderungen.
Im Röntgenbild des Thorax zeigen sich unregelmäßige, knotige Veränderungen der Lungen. Bei etwas der Hälfte der Fälle findet sich ein Befall der Lymphknoten am Lungenhilus.
Betroffene Patienten leiden unter uncharakteristischen Symptome wie Dyspnoe, Husten, Gewichtsverlust und Arthralgien.
Diagnose
Der Verdacht auf eine Berylliose ergibt sich aus der Konstellation der Symptome und klinischen Befunde. Zur sicheren Diagnose muss in der Anamnese eine Exposition bzw. die Möglichkeit einer Exposition nachgewiesen werden. In der Lungenbiopsie finden sich epitheloidzellige Granulome. Ein Allergietest zeigt eine Sensibilisierung gegenüber Beryllium.
Differentialdiagnostisch von einer chronischen Berylliose sehr schwierig zu unterscheiden ist die Sarkoidose, die sehr ähnliche Symptome und Befunde aufweist.
Arbeitsmedizin
Berylliosen, die durch Expositionen im beruflichen Kontext ausgelöst werden, sind in der Liste der Berufskrankheiten unter der BK-Nr. 1110 gelistet.