Balanoposthitis
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von altgriechisch: βάλανος ("bálanos") – Eichel, πόσθη ("pósthē") – Vorhaut, -ῖτις ("ítis") – Entzündung
Synonym: Eichel-Vorhautentzündung
Englisch: balanoposthitis
Definition
Eine Balanoposthitis ist eine gleichzeitige Entzündung der Eichel und der Vorhaut.
Hintergrund
Der Begriff wird verwendet, um das gleichzeitige Auftreten beider Entzündungen zusammenzufassen, da sich Eichel und Vorhaut in unmittelbarer Nähe zueinander befinden und häufig gemeinsam betroffen sind. Begünstigende Faktoren sind insbesondere eine Phimose, die eine ausreichende Hygiene erschwert, sowie ein Diabetes mellitus, mangelnde Hygiene, Immunsuppression, sexuell übertragbare Infektionen und Kontaktallergene.[1]
Ätiologie
Die Ursachen einer Balanoposthitis sind vielfältig:
- Bakterielle Infektionen, z.B. durch Streptokokken, Staphylokokken oder Anaerobier
- Mykotische Infektionen, v.a. durch Candida albicans
- Virale Infektionen, z.B. durch Herpes simplex oder HPV
- Irritative Ursachen, z.B. mechanische Reizung oder aggressive Reinigungsmittel
- Allergische Reaktionen auf Kondome, Gleitmittel oder Medikamente
Symptome
Die typischen Symptome einer Balanoposthitis umfassen:
- Rötung und Schwellung von Eichel und Vorhaut
- Schmerzen und Brennen, insbesondere beim Wasserlassen
- Juckreiz im Bereich der Eichel
- Ausfluss, der eitrig, weißlich oder übel riechend sein kann
- Kleine Erosionen oder Ulzerationen
- Dyspareunie mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt primär klinisch durch:
- Anamnese mit Erfassung des Hygieneverhaltens, der Sexualanamnese und von Vorerkrankungen
- Inspektion von Eichel und Vorhaut
- Abstrich zur mikrobiologischen Untersuchung
- Erregernachweis mittels Kultur oder PCR
- Epikutantest bei Verdacht auf Allergie
- Biopsie zum Ausschluss maligner Veränderungen bei chronischem Verlauf
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Allgemeine Maßnahmen mit Verbesserung der Genitalhygiene und Vermeidung von Irritantien
- Antimykotische Therapie mit lokalen Antimykotika, z.B. Clotrimazol oder Miconazol
- Antibakterielle Therapie mit je nach Erreger topischen oder systemischen Antibiotika
- Antivirale Therapie bei Herpes-Infektionen mit Aciclovir oder Valaciclovir
- Kortikosteroide bei entzündlichen oder allergischen Formen
- Zirkumzision bei rezidivierenden Infektionen durch Phimose erwägen
Komplikationen
Bei chronischem Verlauf steigt das Risiko für Folgeerkrankungen wie:
Quellen
- ↑ Edwards et al., 2022 European guideline for the management of balanoposthitis, J Eur Acad Dermatol Venereol, 2023
- ↑ Balanitis, Posthitis und Balanoposthitis, abgerufen am 27.07.2024