Übertragung
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LoslegenGeburtshilfe
Definition
Unter dem Begriff Übertragung versteht man in der Geburtshilfe eine Überschreitung des errechneten Geburtstermins um mehr als 14 Tage.
Ätiologie
Es wird angenommen, dass eine fehlende oder unzureichende Erregbarkeit der Muskulatur des Uterus für die Übertragung verantwortlich ist.
Formen
Bei Überschreiten des errechneten Geburtstermins um mehr als 14 Tage wird von echter Übertragung gesprochen. Unter der rechnerischen Übertragung versteht man eine Überschreitung um mehr als sieben bis zehn Tage.
Klinik
Bei echter Übertragung ist das Risiko für eine Plazentainsuffizienz und damit auch die perinatale Mortalität erhöht.
Vorgehen
Die Schwangere sollte nach Überschreitung des errechneten Geburtstermins eng überwacht werden.
Zusätzlich wird der Geburtstermin neu berechnet und mit den bei der Fetometrie gewonnenen Daten abgeglichen. Wenn die Befunde unklar sind, wird davon ausgegangen, dass die während der 10. bis 14. Schwangerschaftswoche bestimmte Scheitel-Steiß-Länge das korrekte Gestationsalter angibt.
Mittels der Fetometrie werden Informationen über die aktuelle Größe des Kindes, der Fruchtwassermenge sowie über den Reifegrad der Plazenta gewonnen.
Wenn tatsächlich eine Überschreitung des Geburtstermins vorliegt, wird jeden zweiten Tag eine Kardiotokographie durchgeführt. Die Schwangere sollte zusätzlich nach Bewegungen des Kindes gefragt werden.
Ein Oxytocin-Belastungstest wird ab dem siebten Tag nach dem errechneten Geburtstermin durchgeführt.
Eine stationäre Aufnahme und Einleitung der Geburt mit Prostaglandin-Vaginalgel oder Oxytocin i.v. erfolgt ab dem 10. Tag nach dem errechneten Geburtstermin.
Pathologie
Definition
In der Pathologie und Mikrobiologie versteht man unter einer Übertragung die Weitergabe von Krankheitserregern zwischen zwei Individuen im Sinne einer Infektion.
Psychologie
Definition
In der Psychologie bedeutet der Begriff Übertragung den Transfer von unbewussten psychischen Vorgängen, Erwartungen, Wünschen, Befürchtungen oder Vorstellungen auf ein bestimmtes Individuums, die ursprünglich einer früheren Bezugsperson (z.B. Vater, Mutter) gegolten haben. Übertragung ist eine Form der Projektion.